Axel B.Steinmüller

Autor, Regisseur u. Ausführender Produzent

Geboren 1966 in Heidelberg. 1992 gibt er sein Bühnendebüt als Sänger und Schauspieler bei den Schwetzinger Schlossfestspielen. Ab 1992 Studium der Theater-, Film und Fernsehwissenschaften. Währenddessen schauspielerische Tätigkeiten in mehreren Filmen und im Experimentiertheater Erlangen. Studienabschluss 1996 mit der Magisterarbeit: „Georg Kreisler und der Wiener Witz“. Von 1996- 1998 Schauspielstudium am Lee Strasberg Theater Institute New York. Seit 1998 als Schauspieler am Theater und bei Film und TV tätig. Parallel hierzu Theater-Regiearbeiten sowie Auftragsarbeiten als Konzepter, Autor und Regisseur für Imagefilme, Events und Messen.

„Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste“ ist sein erster Langfilm.

 

Zehn Fragen an Autor und Regisseur Axel Steinmüller

1. Was war die Inspiration für diesen Film?
Sicher kam die Inspiration aus meinen sehr verschiedenen Interessen. Jüdischer Humor, Swing-Musik, Gangsterfilme. Und seit Jahren beschäftige ich mich nebenbei mit Gang und - Mafia-Strukturen. Leider gibt es dazu in Deutschland nur sehr begrenzte Literatur. Der US-Markt ist zu dem Thema viel besser aufgestellt.

2. Wieso gerade ein absurder Gangsterfilm?
Ich hatte schon vorher andere Drehbuchideen in der Schublade, die ich jetzt auch wieder angehe. Bei diesem Projekt, gab es zuerst nur den Namen Siegfried TeiteIbaum. Ich wusste aber sofort, dass er ein fast übernatürlicher Gentleman-Gangster sein wird. Die Figur Stefán, als störrischer Auftragskiller kam dann fast automatisch hinzu. Und irgendwie ließ mich das Thema dann nicht mehr los.

3. Warum wurde der musikalischen Weltenbummler FACIO als Komponist für den Film verpflichtet?
Schon als ich die ersten kleinen Ideen zu dem Film hatte, waren mir zwei Sachen klar: Erstens wollte ich einen Gangsterfilm mit möglichst vielen Frauenrollen machen und zweitens, dass nur und nur Facio die Musik komponieren kann. Er hat das musikalisch-kreative Potential, sich in meine Gedankenwelt hineinzufinden, ohne dass ich darüber große Worte verlieren musste.

4. Wie wurde das Projekt dann aus der Taufe gehoben?
Am Anfang standen wir natürlich vor dem Problem der Finanzierung. Wir sind verschiedene Wege gegangen. Zuerst haben wir einen Promotrailer gedreht. Damit sind wir ins Crowdfunding gegangen. Wir waren zum damaligen Zeitpunkt der erste deutsche Langfilm, der nur mit Crowdfunding und ohne Beteiligung einer gut eingeführten Produktionsfirma realisiert wurde.
Hinzu kamen später dann Sponsoren, wie z.B. der Objektiv-Hersteller Tamron, der uns mit einer kleinen Finanzspritze und mit Objektiven ausstatte. Zuerst brachte die Süddeutsche Zeitung einen Bericht über uns. Das löste eine Welle von weiteren Berichten aus. Danach meldeten sich viele Leute, die Lust hatten mitzumachen oder uns zu unterstützen. Aber man muss eines betonen: mit diesem mehr als kleinen Budget hat das nur funktioniert, weil so viele Leute sich sehr engagiert haben.

5. Wie lange hat der Dreh gedauert?
Reine Drehtage hatten wir knapp über 40. Es gab natürlich einige Verlängerungen, die sich durch die Finanzlage ergaben. Weil aber alle Mitwirkenden auf Rückstellung gearbeitet haben, war von Anfang an klar, dass wir nur an Wochenenden drehen. So konnten wir sicherstellen, dass die Leute unter der Woche Ihren bezahlten Jobs nachgehen können. Das bedeutete unterm Strich natürlich mehr Aufwand. Letztendlich hatten die meisten über 20 Wochen lang kein einziges Wochenende. Eine enorme Leistung der Leute.

6. Was ist die Essenz des Films?
Kurz gesagt...nichts ist, wie es scheint und nichts scheint, wie es ist...

7. Wie kam der Cast zustande?
Schon beim Schreiben hatte ich einige Schauspieler genau im Blick, die ich für diese Rolle haben wollte. Diese Rollen wurden nie gecastet, meine Wunschkandidaten haben glücklicherweise einfach zugesagt. So wie Michael Mendl. Meiner guten Bekannten Olivia Pascal ist das zu verdanken, sie hat den Kontakt zu Michael hergestellt. Und dann kam auch ein wenig Glück hinzu, wie z.B. dass Matthias Schendel und sein VIP-Stunt Team mitmachen wollten, die ja schon für „Inglourious Basterds“ und für „Operation Walkyrie“ als Stunt-Team dabei waren.

8. Welche Szene war am schwierigsten zu realisieren.
Die Schwierigste war die Szene in der Kiesgrube. Das Wetter schlug Kapriolen. Der Regen kam und ging. Michael Mendl war nur noch an diesem Wochenende verfügbar. Irgendwie haben wir es hinbekommen, aber die Hälfte der Truppe war hinterher erkältet.

9. Was war die größte Überraschung bei dem Projekt?
Es gab viele tolle Überraschungen: Das Ehepaar Pritscher z.B., das den Edeka-Supermarkt in Landshut besitzt! Nicht nur, dass sie uns den Supermarkt für den Dreh kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Sie haben ihren einzigen freien Tag geopfert und uns dann ganz unerwartet noch mit tollem Essen überrascht. Das sind sehr, sehr nette und wahnsinnig großzügige Menschen!

10. Was war der schönste Moment beim Dreh?
Nun, da gab es viele. Wenn ich ehrlich bin...als mein Sohn Luis Finn, damals acht Jahre, seine erste Rolle spielte, als vorlauter Junge Benjamin. Da bin ich wohl ganz Vater... Luis musste Maik van Epple (als Stefán) recht frech gegenüber treten. Maik hat da als Spiel-Partner eine ganz tolle Arbeit gemacht.